Dienstag, 22. Juli 2014

Boeing-Absturz über der Ostukraine. Cui bono?

Die grausame Tragödie mit den knapp 300 Menschen, die beim Absturz der Boeing 777 des Flugs MH17 in der Ostukraine ums Leben gekommen sind, hat in den gleichgeschalteten und transatlantisch vernetzten Medien Deutschlands sofort antirussische Reflexe hochkochen lassen, obwohl die Beweislage bislang sehr dünn ist.

Vor allem die amerikanischen und britischen Politiker haben sofort die prorussischen Separatisten in der Ostukraine, aber auch Putin beschuldigt, der sie mit Waffen unterstütze. Die USA wollen Satellitenbeweise haben, dass die Rebellen ein Buk-System, das 10.000 m hoch schiessen kann, benutzt haben. Das reicht den Medien bereits aus, um voll auf die US-Linie einzuschwenken und ihr Lied nachzusingen, obwohl die USA mit der tatsächlichen Präsentation der "Beweise" weiter auf sich warten lassen. Obwohl die Qualität der US-Beweise seit Irak und Syrien eigentlich bekannt sein sollte, spielen diese Fälle von Lüge und Manipulation offenbar gar keine Rolle für die Glaubwürdigkeit der USA in den Augen der deutschen Medien.

Gleichzeitig geniessen Behauptungen der ukrainischen Politiker und Medien eine fast uneingeschränkte Autorität und das obwohl diese in den letzten Monaten bereits bei unzähligen Manipulationen erwischt wurden. Separatisten und russische Medien werden gleichzeitig obskurisiert und angefeindet, ihre Behauptungen werden von vorn herein als unglaubwürdig abgestempelt.

Die Behauptung des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU etwa, dass das Buk-System, mit dem die Separatisten die Boeing angeblich abgeschossen haben, extra aus Russland eingeführt und nach dem Abschuss wieder ausgeführt wurde, konnte der ukrainische Exil-Journalist Anatoli Scharij widerlegen. Auf den dürftigen "Beweisfotos" der SBU konnte er beim Buk-System, das angeblich die Separatisten betrieben, dieselbe Nummer wiederfinden, wie auf früheren Fotos eines ukrainischen Buks. Anatoli Scharij ist in den letzten Monaten durch zahlreiche Enthüllungen der ukrainischen Medienlügen bekannt geworden.



Hinzu kommt, dass die von der SBU praktisch gleich nach der Tragödie  verbreiteten Tonaufnahmen der angeblich abgefangenen Telefonate der Separatisten, in denen diese sich gegenseitig eingestehen, das Passagierflugzeug abgeschossen zu haben, bereits von vielen Stellen als Fake entlarvt wurden: man fand grobe Manipulationen der Tonspuren. In den ersten Tagen nach der Katastrophe dienten gerade diese Aufnahmen der Bildzeitung und vielen weiteren Medien als eine der wichtigsten vorgetragenen "Indizien", um den Verdacht in Richtung Separatisten zu lenken.

Mal wieder stellt sich niemand die Frage Cui bono, wem nützt es? Den Separatisten und Russland nützt dieser ganze Vorfall genauso wenig, wie vor einem Jahr Asad der Chemieangriff, über den inzwischen Klarheit herrscht, dass er von seinen Gegnern unternommen wurde. In beiden Fällen sollte durch massive Empörung in der Öffentlichkeit eine lawinenartige Verschiebung der politischen Lage erreicht werden. Nachdem die Ukraine massive Probleme bei der militärischen Niederwerfung des rebellischen Ostteils des Landes hat, sollte so eine geschlossene amerikanisch-europäische Druckfront gegen Russland geschaffen werden, damit es die Rebellen endgültig fallen lässt und der Westen gleichzeitig militärisch gegen die "Terroristen" miteingreifen kann.

Niemand stellt sich die Frage, warum der Kurs des Fluges MH17 an diesem Tag weit nördlicher als gewöhnlich verlief und warum ihn die ukrainischen Fluglotsen über ein Kriegsgebiet leiteten. Allein schon diese Tatsache macht die Ukraine mindestens mitverantwortlich. Zeitgleich verstrickt sich die Ukraine in Widersprüche, vom Buk-System in den Händen der Separatisten einerseits gewusst zu haben und andererseits den Flug MH17 dorthin geschickt zu haben.


Die Obskurisierung der Separatisten und die unwahren Behauptungen der westlichen Presse, diese würden die Arbeit der Spezialisten behindern, sind als ein Störmanöver zu verstehen, um die Stimmung gegen die Separatisten schon mal aufzuheizen, bevor irgendwelche belastbaren Beweise vorliegen. Wichtig ist der politische Effekt hier und jetzt und nicht etwa in vielen Wochen, wenn möglicherweise eine Täterschaft der ukrainischen Seite herauskommt, die ebenfalls Buk-Systeme im betroffenen Gebiet hat. Wie im Fall von Asad, wird die Widerlegung der Anschuldigungen viel kleinlauter zu hören sein, als die zuvor die Anschuldigungen selbst.

Eine kleine Bemerkung am Rande: im Jahr 2001 hat das ukrainische Militär bereits ein ziviles Flugzeug  über dem Schwarzen Meer  abgeschossen und es monatelang geleugnet. Es handelt sich um eine russische Maschine, die über Hundert Menschen mit an Bord hatte und aus Israel kam. Während damals Fehler bei  Militärübungen verantwortlich waren, könnte es diesmal politischer Wille sein. Das Leugnen ist jedoch nicht neu. Bezeichnend, dass die Westpresse sich überhaupt nicht an diesen Vorfall erinnern will, während stattdessen immer wieder der sowjetische Abschuss einer koreanischen Boeing im Jahr 1983 immer wieder zitiert wird. Der Abschuss des iranischen Passagierflugzeugs durch die USA im Persischen Golf ist ebenfalls vergessen, so dass Kriegstreiber Obama ungeniert darüber schwadronieren kann, der Vorfall in der Ostukraine sei ein beispielloses Verbrechen.

Man kann nur hoffen, dass die Blackboxes und andere Daten möglichst bald Aufklärung darüber bringen, wer für diese  Tragödie verantwortlich ist. Russische Daten der Radarüberwachung sollten dabei genauso wichtige Beweismittel sein, wie die immer noch nicht vorgelegten amerikanischen Satellitendaten. Bislang hat der russische Generalstab deutlich professionellere und detailliertere Daten geliefert, als die Amerikaner. Aus ihnen geht hervor, dass sich kurz vor dem Zeitpunkt der Explosion eine Militärmaschine in der Nähe der Boeing befand. Da die Rebellen keine Luftwaffe haben, kann es sich nur um eine ukrainische handeln. Daneben wurde eine erhöhte Radaraktivität auf dem benachbarten ukrainischen Territorium gemessen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Auf unsere Mainstream Presse ist in sofern Verlaß, als daß sie sich komplett der NATO verschrieben hat und damit lügen, was das Zeug hält. Es gibt sicherlich Ausnahmen, wie z.B. die Nachdenkseiten oder DWN. Vor allem die Journale aus dem Hause Springer, erinnert stark an das Jahr 1914! Ich dachte gestern wirklich mich laust der Affe, als ich die Schlagzeile in der BILD las: "Wann stoppt die Welt endlich Putin".
Es klingt alles in allem nach konkreter Kriegsvorbereitung und ich denke, mit dieser Tragödie, will man weite Teile der europäischen Bevölkerung auf Krieg trimmen.
Edward Snowden soll angeblich angekündigt haben, alle Dokumente noch im Juli zu veröffentlichen, um "einen umfassenden Krieg" zu verhindern. Ich hoffe das es noch rechtzeitig geschehen wird und die Menschen daran aufwachen!

Penryn

Stirlitz hat gesagt…

Man lese Christopher Clarks "Schlafwandler" über 1914. Genau so ist es auch heute wieder, wenn auch in anderen Konstellationen. Die Politiker wandeln wie unter Hypnose der Katastrophe entgegen.

Hier schreibt Fleischauer, Putin und die Russen lebten in einer irrealen Welt, könnten die Realität nicht mehr erkennen: http://www.spiegel.de/politik/ausland/mh17-malaysia-airlines-putins-wirklichkeitsverlust-a-982325.html

Sind es wirklich die Russen, die nicht verstehen, was wirklich ist. Oder ist es vielleicht jemand anderes?

Anonym hat gesagt…

Ich verfolge die Hetze des Westens gegen Russland schon lange,besonders intensiv begann das mit der Olympiade.Politik wie z.Z des kalten Krieges und fast immer sind wir die Guten,welche Ähnlichkeit zu Diktaturen,wie in der DDR.Der Westen und insbesondere die USA sind schon lange nicht mehr glaubwürdig und dann noch armselige Journalisten dazu.

Anonym hat gesagt…

Es läuft halt scheisse ... für den Westen. Wenn man bedeutungsmäßig mittelfristig auf den Anteil der eigenen Bevölkerung an der Weltbevölkerung zurückgeführt wird, da wird man doch wohl, und ausserdem, und dass muss hier auch einmal gesagt werden.
Zum Thema: Ich habe heute gelesen, dass die Malaysier (Malayen?) die black boxes nach GB geschickt haben, da dort die fähigsten Auswerter sind. Was ich allerdings auch befürchte. Da wird sich sicher herausstellen, dass die Piloten im letzten Moment zweifelsfrei erkannt haben, dass Putin selbst am Steuer des Jagdflugzeuges saß.

Anonym hat gesagt…

So dreist lügt das ZDF...
https://www.youtube.com/watch?v=KhfGVbgLGlk

Anonym hat gesagt…

Bedenklich ist das schon mit der Blackbox nach England,aber den "Separatisten" wurde versprochen das die Blackbox von der internatiolen zivilen Luftfahrtgeellschaft kontrolliert und überpprüft wird.Das war auch im Sinne von Putin und der UNO.Hoffentlich hat Putin das schriftlich,nicht das es ihn wieder so ergeht wie mit der Zusage des Westens von 1989 keine Natoerweiterung von Deutschland aus gen Osten.Glaubwürdigkeit !!!

Anonym hat gesagt…

@der Unbequeme

Hier ist das Original-Video aus dem Tagesschau-Beitrag von oben, wo ohne jede Scham die Aussagen der Frau verfälscht werden: Es beginnt bei Minute 6:10.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2196424/ZDF-heute-journal-vom-12.-Juli-2014#/beitrag/video/2196424/ZDF-heute-journal-vom-12.-Juli-2014

Anonym hat gesagt…

Eine sehr hübsche und beispeilhafte Episode aus dem Leben der gleichgeschalteter westlicher Presse: "Die Straußposition"
http://stockinfocus.ru/2014/08/06/strausinaya-poziciya/

Kurz gefasst: vor kurzem hat sich eine ukrainische Militärbrigade ergeben( die 72. Mobile, die Reste davon, etwa 450 Mann). Ein Teil davon, etwa 300-400 Mann, hat den Wunsch geäussert erstmals in Russland zu bleiben. Um mit diesen Soldaten zu reden wurden von der Presseabteilung des Rus. Ausserministeriums alle ausländische Journalisten nach Rostov eingeladen. Auch die amerikanische, das Rus. Verteidigungsministerium bot dazu sehr gute kostenlose Anreisemöglichkeiten für 30-40 Journos. Aber alle amerikanische Zeitschriften und Medienvertretter(ausser nur Bloomberg) haben die Inteviews verweigert. Offiziel aus "technischen Gründen"(CNN, The New York Times, The Washington Post, The Christian Science Monitor) oder gar auf dem halben Weg zum Flughafen plötzlich "nicht mehr wollten" (Reuters).

Witzig, ne?